Anfänge I: 1993 – 2002

Anfang dieses Monats hatte ich ja in Aussicht gestellt, ein wenig in der Historie zu wühlen und die Anfänge des Umbaus des Rödelheimer Bahnhofs darzustellen. Nun ist es endlich soweit … Wie bereits erwähnt, diente mir als Quelle das Parlamentinformationssystem PARLIS der Stadt Frankfurt, da andere Quellen online nicht zur Verfügung standen. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt dieser Bericht übrigens nicht. Ich blogge ja nur und schreibe keine Romane ;-)

Nach den mir vorliegenden Recherche-Ergebnissen wurde das Thema “Umbau des Rödelheimer Bahnhofs” erstmals am 14.September 1993 – vor fast 20 (!) Jahren also – im Rahmen einer Sitzung des Ortsbeitrats 7 (OBR 7) diskutiert. Die damalige Fraktion der Partei “Die Grünen” brachte einen Antrag ein, in dem sie einen behindertengerechten Zugang zum Bahnhof forderte. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und als Auskunftsersuchen an den Magistrat weitergeleitet. Zusätzlich erfolgte die Anmeldung als Investitionsvorhaben, denn irgendwie muss so ein Vorhaben bzw. Plan ja auch bezahlt werden.

Im darauffolgenden Jahr, also 1994, beantragte die SPD-Fraktion im OBR 7 im
Rahmen der Sitzung am 8. Februar 1994 die Aufnahme des Rödelheimer Bahnhofs in die “Prioritätenliste der Deutschen Bundesbahn zur Umrüstung der
S-Bahnstationen in Frankfurt”. (Die Gründung der Deutschen Bahn zum 1. Januar 1994 als Folge der Fusion von Deutscher Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn hatte sich offensichtlich noch nicht bis zur Prioritätenliste herumgesprochen …)  Ferner wurde eine Ortsbegehung angeregt, deren Ziel es war festzustellen,

wie ein Zugang für Gehbehinderte stadteinwärts ermöglicht werden kann und die Notwendigkeit, daß der Bahnhof Rödelheim mindestens auf die Prioritätenliste B gesetzt, eingesehen wird.

Nebenbei angemerkt: Im gleichen Jahr wurde übrigens vom OBR 7 auch ein Umbau des Bahnhofsvorplatzes inklusive der Bushaltestellen angeregt.

Eine Lösung für den Bahnhofsumbau schien sich in den folgenden Jahren nicht so schnell zu ergeben, so dass für Anfang 1996 nach Gesprächen zwischen dem Ortsvorsteher und den Fraktionsvorsitzenden im OBR erst einmal die Gründung eines Arbeitskreises “Rödelheimer Bahnhof” vorgeschlagen wurde. Über die geführten Diskussionen im Arbeitskreis und seine Ergebnisse gibt es im PARLIS leider nichts zu lesen. Zwischenzeitlich wurde jedoch die Aufnahme des Bahnhofsumbaus in den Stadionsentwicklungsplan des RMV ersucht und scheinbar am 17. Februar 1997 auch erreicht.

Etatverhandlungen schlossenen sich an und am 17. Mai 2002 konnte der Magistrat in einem Bericht den zu dem Zeitpunkt aktuellen Sachstand zum Umbau berichten. Demnach waren die Vorplanungen zum Umbau 1998 abgeschlossen und Mitte 1999 von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt. Seitdem war die baureife Planung betrieben worden, sodass ein Baubeginn für frühestens Herbst 2003 angekündigt werden konnte. Schon damals wurde darauf hingewiesen, dass die Planung sich aufgrund der Aufrechterhaltung des Bahnhofsbetriebes als sehr aufwändig und komplziert erweist. (Das hat sich bei der Durchführung des Umbaus in den vergangenen drei Jahren dann ja auch leider bewahrheitet)

Trotz dieser Planungsschwierigkeiten wurde im Jahr 2003 die ersten Ergebnisse, einschließlich von Zeichnungen zum späteren Aussehen des Bahnhofsgeländes, präsentiert werden, Doch wie diese aussehen und wie es überhaupt mit den Planungen weitergeht, gibt es im nächsten Historienbericht zu lesen ;-)

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2 Gedanken zu „Anfänge I: 1993 – 2002

  1. Mh, ich bin erstaunt. Als ich Ende der 1980er Jahre nach Rödelheim in die Nähe des Bahnhofs zog, wurde das Thema Umbau des Bahnhofs und des Vorplatzes schon örtlich diskutiert – er bin ich erstaunt, dass es erst für 1993 aktenkundig geworden ist…

    • Ich kann nicht mit Bestimmtheit ausschließen, dass nicht doch schon vor 1993 um den Umbau des Bahnhofs diskutiert wurde. Nur leider hält das PARLIS keine Dokumente aus den Jahren vor 1993 vor.
      Vielleicht sollte ich mal im Institut für Stadtgeschichte recherchieren (wenn ich einmal gaaaanz viel Zeit habe …).

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